11-14-2018, 11:43 PM
Die Wirtschaft und die Mafia
Oberstes Ziel der Mafia ist das Gewalt- und Protektionsmonopol in einem bestimmten Territorium (neben dem Staat), das dann der Mafia ihre einträglichen Geschäfte ermöglicht. Ein Klima der mafiosen Einschüchterung reicht für die Überzeugung der Unternehmer aus, wonach der Staat unfähig zur Sicherung des friedlichen Zusammenlebens ist und andererseits der Schutz durch die Mafia in diesem Umfeld in optimalerweise profitable Geschäfte ermöglicht. In kleineren Orten bestand die Hauptbeschäftigung eines Mafiabosses in dem Schlichten von Streitigkeiten aller Art und in einer Art Maklertätigkeit in allen Bereichen, gegen einen entsprechenden Obolus. Möglich war dies jedoch nur, wenn er im Ort allgemein respektiert oder gefürchtet wurde.
In den Städten Siziliens versuchte die Mafia unter Einsatz aller Mittel, möglichst beständige Beziehungen zu zahlreichen Unternehmen aufzubauen und Bedingungen zu schaffen, daß diese prosperieren können. Firmen, die mit der Mafia zusammenarbeiten oder Mafiosi gehören, haben gegenüber ihren Konkurrenten große Wettbewerbsvorteile, solange ein Klima der mafiosen Einschüchterung besteht und der Staat für keine Chancengleichheit sorgt. Die protektiven Leistungen der Mafia für ihre Klienten bestehen aus dem Schutz vor "normaler" Kriminalität, Vermittlung bei und autoritative Regelung von Konflikten und die Garantie vertraglicher Absprachen.
In der Regel schützt die Mafia nicht nur eine Firma einer Branche, sondern versucht Kartelle und Abkommen zwischen den Firmen zu organisieren. Dabei ist es die Aufgabe der Mafia, die einzelnen Firmen vor gruppeninternen Konflikten zu schützen und die Verwirklichung der Abkommen, in dem z.T. über 100 Firmen organisiert sind, zu garantieren. Als Gegenleistung verlangt die Mafia entweder eine Provision oder sogar eine Teilhaberschaft, wodurch zu beiderseitigem Vorteil organische Beziehungen entstehen können: Indem die Mafia durch Druck oder sonstige Einflußnahme für einen fließenden Auftragsfluß sorgt, prosperiert das Unternehmen.
Dabei ist es jedoch nur schwer abzuschätzen in welchem Umfang die Leistungen real sind und die Empfänger dies auch als Leistungen empfinden im Rahmen Leistung /Gegenleistung oder in welchem Umfang sie nur fiktiv sind, d.h. ob Schutz nur vor einer Gefahr angeboten wird, die der Schützende selber androht.
Die Mafia bot zum Beispiel auch einen recht wirksamen Schutz vor Entführungen, die in den 1970er Jahren in Italien stark zunahmen. Die Ursache lag in einem Beschluß der cupola von 1974, der Entführungen in Sizilien untersagte. Ausschlaggebend dafür war die Tatsache, daß viele Unternehmer unter dem Schutz einer bestimmten Mafiafamilie standen und bei einer Entführung durch eine Mafiafamilie wären Gewalttätigkeiten untereinander eine Zwangsläufigkeit. Außerdem hätte es Zweifel an der Effizienz des Schutzes zur Folge gehabt und zudem die Aufmerksamkeit der staatlichen Verfolgungs-behörden stark erhöht.
Der Mafia-Forscher Diego Gambetta vertritt , aufgrund von zahlreichen pentiti-Aussagen und neueren Forschungen detailliert seine These, daß die realen Leistungen der Mafia unterschätzt werden, wenn nur von Schutzgelderpressungen gesprochen wird. Denn von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind die Schutzgelder für die Mafia nicht mehr, seitdem die Märkte für öffentliche Aufträge, die EG-Subventionen und die illegalen Märkte (Drogen) als Finanzierungsquelle in den Vordergrund getreten sind.
In den Städten Siziliens versuchte die Mafia unter Einsatz aller Mittel, möglichst beständige Beziehungen zu zahlreichen Unternehmen aufzubauen und Bedingungen zu schaffen, daß diese prosperieren können. Firmen, die mit der Mafia zusammenarbeiten oder Mafiosi gehören, haben gegenüber ihren Konkurrenten große Wettbewerbsvorteile, solange ein Klima der mafiosen Einschüchterung besteht und der Staat für keine Chancengleichheit sorgt. Die protektiven Leistungen der Mafia für ihre Klienten bestehen aus dem Schutz vor "normaler" Kriminalität, Vermittlung bei und autoritative Regelung von Konflikten und die Garantie vertraglicher Absprachen.
In der Regel schützt die Mafia nicht nur eine Firma einer Branche, sondern versucht Kartelle und Abkommen zwischen den Firmen zu organisieren. Dabei ist es die Aufgabe der Mafia, die einzelnen Firmen vor gruppeninternen Konflikten zu schützen und die Verwirklichung der Abkommen, in dem z.T. über 100 Firmen organisiert sind, zu garantieren. Als Gegenleistung verlangt die Mafia entweder eine Provision oder sogar eine Teilhaberschaft, wodurch zu beiderseitigem Vorteil organische Beziehungen entstehen können: Indem die Mafia durch Druck oder sonstige Einflußnahme für einen fließenden Auftragsfluß sorgt, prosperiert das Unternehmen.
Dabei ist es jedoch nur schwer abzuschätzen in welchem Umfang die Leistungen real sind und die Empfänger dies auch als Leistungen empfinden im Rahmen Leistung /Gegenleistung oder in welchem Umfang sie nur fiktiv sind, d.h. ob Schutz nur vor einer Gefahr angeboten wird, die der Schützende selber androht.
Die Mafia bot zum Beispiel auch einen recht wirksamen Schutz vor Entführungen, die in den 1970er Jahren in Italien stark zunahmen. Die Ursache lag in einem Beschluß der cupola von 1974, der Entführungen in Sizilien untersagte. Ausschlaggebend dafür war die Tatsache, daß viele Unternehmer unter dem Schutz einer bestimmten Mafiafamilie standen und bei einer Entführung durch eine Mafiafamilie wären Gewalttätigkeiten untereinander eine Zwangsläufigkeit. Außerdem hätte es Zweifel an der Effizienz des Schutzes zur Folge gehabt und zudem die Aufmerksamkeit der staatlichen Verfolgungs-behörden stark erhöht.
Der Mafia-Forscher Diego Gambetta vertritt , aufgrund von zahlreichen pentiti-Aussagen und neueren Forschungen detailliert seine These, daß die realen Leistungen der Mafia unterschätzt werden, wenn nur von Schutzgelderpressungen gesprochen wird. Denn von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind die Schutzgelder für die Mafia nicht mehr, seitdem die Märkte für öffentliche Aufträge, die EG-Subventionen und die illegalen Märkte (Drogen) als Finanzierungsquelle in den Vordergrund getreten sind.